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2021 – Jahr des heiligen Josef I JOSEFI-SERIE TEIL 8


Für unser Oktober-Interview waren wir in Siegenburg zu Gast bei Josef Stierstorfer und seiner Frau Rita. Herr Stierstorfer ist Jahrgang 1942 und zusammen mit fünf älteren Geschwistern in Siegenburg aufgewachsen. Die Namensgebung hat einen traurigen Hintergrund. Zwei Wochen vor Josef Stierstorfers Geburt verstarb sein neunjähriger Bruder, der auch Josef hieß, an einem Blinddarmdurchbruch. Zur damaligen Zeit war so etwas keine Seltenheit, da die medizinische Versorgung nicht ausreichend gewähr-leistet war. Auch mussten längere Wege zurückgelegt werden, um ein Krankenhaus zu erreichen. Für die Eltern war dies sehr schwer zu ertragen und als dann kurz darauf das Nesthäkchen geboren wurde, entschlossen sie sich ihren jüngsten Sohn ebenfalls Josef zu nennen, in liebevoller Erinnerung an seinen viel zu früh verstorbenen Bruder. Herr Stierstorfer erzählt uns, dass der Josefi-Tag mit einem festlichen Gottesdienst begangen wurde. Dann wurde der Namenstag im Kreise der Familie und Verwandtschaft gefeiert.

Er erinnert sich, dass zu seiner Schulzeit drei Josefs in seinem Jahrgang waren. Auch seine Zeit als Ministrant ist ihm gut in Erinnerung geblieben. Über 10 Jahre war er Messdiener bei Pfarrer Blabmeier. Damals seien sie nur sechs Ministranten gewesen, erinnert sich Josef Stierstorfer. Die Kirchenglocken wurden zu seiner Kinderzeit noch mit der Hand von den Ministranten geläutet. Den Religionsunterricht in der Schule übernahm der damalige Benefiziat Zellner, an den sich Herr Stierstorfer noch gut erinnern kann.

In der Adventszeit besuchten sie jeden Tag vor Schulbeginn das Engelamt und Herr Stierstorfer fügt hinzu, dass man die Zeit von damals mit heute nicht vergleichen kann. Vieles sei beschwerlicher gewesen. Landwirtschaft, Hopfen, Spargel... viel Arbeit, aber trotzdem war man zufrieden. Im Esszimmer der Familie Stierstorfer befindet sich eine Skulptur der „Heiligen Familie“. Der Heilige Josef wird zusätzlich in einer eigenen Figur dargestellt. Allesamt waren Geschenke zu besonderen Anlässen. Zur Amtszeit von Pfarrer Josef Höning war Herr Stierstorfer 12 Jahre Mitglied in der Kirchenverwaltung. Dieses Ehrenamt möchte er nicht missen. Zu seinen Aufgaben gehörte die Pflege des Kirchbergs. Dieses bereitete ihm große Freude. Gemeinsam mit seiner Frau Rita hat Josef Stierstorfer zwei Töchter und einen Sohn, Josef jun., der ebenfalls in Siegenburg lebt. Es hat uns gefreut zu Gast sein zu dürfen und wir bedanken uns herzlich für das nette Gespräch!

Das Bild links zeigt ein Glasfenster in der Pfarrkirche St. Nikolaus, Siegenburg: das Rosenkranzgeheimnis „Jesus, den du o Jungfrau zu Betlehem geboren hast“ im Mittelpunkt die Heilige Familie (Christus mit der Mutter Gottes und dem Heiligen Josef).

Die Buntglasfenster in St. Nikolaus sind in neubarock-nazarenischem Stil. Die beiden Fenster im Chor sowie 5 Fenster im Langhaus bilden einen geschlossenen Zyklus, der sicher gleichzeitig in ein und derselben Werkstatt, wohl in München, geschaffen wurde.

Als Herzstück jeden Fensters erscheint ein großer Ornamentkartuschenrahmen, der eine zumeist mehrfigurige Bildszene enthält. Von den ehemaligen bunten Musterscheiben im Umfeld ist nur noch die äußerste Randeinfassung erhalten, das Übrige wurde bei einer tiefgreifen-den Umgestaltungsmaßnahme in den 1960er Jahren entfernt. Im Sockel-bereich des Bildfeldes befindet sich in der Regel ein oder zwei Inschriftschilder, die hier der besseren Zuordnung halber der Beschreibung beigefügt werden. Hier abgebildet ist das 3. Südfenster, die Geburt Christi im Betlehemstall.


Bericht: Eine Aktion des Gesamt-Pfarrgemeinderates Siegenburg-Train-Niederumelsdorf

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