JOSEFI-SERIE TEIL 4 I Gespräch mit Josef Rienmüller

Josef Rienmüller wurde 1951 geboren und wuchs mit sieben Geschwistern (vier Buben und drei Mädels) in Appersdorf auf. Sein Vater hieß auch Josef und so wurde der Name an den Sohn weitergegeben. Für Herrn Rienmüller ist sein Namenspatron, Josef der Arbeiter, ein Vorbild. Zu seinem 40. Geburtstag bekam er von seiner Frau eine Statue des heiligen Josef geschenkt. Herr Rienmüller erinnert sich, dass der Josefi-Tag zu seiner Jugend noch ein Feiertag war, der groß mit einem Festgottesdienst in der Kirche und mit den Vereinen begangen wurde. Auch in der Familie wurde der Namenstag größer gefeiert als der Geburtstag. In der Schule, weiß Herr Rienmüller, waren acht Josefs. Die meisten hörten schlicht auf den Rufnamen Sepp. Bei ihm, so erzählt er, wurde der Name ausgesprochen. Er berichtet uns, dass er und seine Schulkameraden in der Adventszeit jeden Morgen vor der Schule, ohne Frühstück, das Engelamt besucht hatten. Vor zehn Jahren, zu seinem 60. Geburtstag, unternahm er eine Pilgerreise nach Israel, die ihn gemeinsam mit Gläubigen unserer Pfarreiengemeinschaft in die Stadt Nazareth, dem Geburtsort des Hl. Josef, geführt hat. Dort besuchten sie auch eine Kirche, die heute dem Heiligen Josef geweiht ist. Von dieser Reise schwärmen er und seine Frau Monika noch heute. Josef Rienmüller freut es sehr, dass sein Enkel mit Zweitnamen ebenfalls Josef heißt, so wie der Opa. Auch heute feiert er seinen Namenstag im Kreise seiner Familie mit den Kindern und Enkeln bei Kaffee und Kuchen. Für Josef Rienmüller ist der Heilige Josef ein Vorbild.

Eine Darstellung des Hl. Josef als Arbeiter findet sich in der Pfarrkirche St. Michael in Train (Bild links). Näheres dazu hier:


Im Jahr des Herrn 2005, also vor gut 15 Jahren, haben zwei holzgeschnitzte Figuren von gleicher Künstlerhand/Werkstatt stammend, St. Josef und mit ihm die Hl. Margarete sozusagen gleichzeitig in unsere Pfarrkirche Einzug gehalten. Nach Auskunft sind beide Ausstattungsteile Intentionen von Wohltätern der Pfarrgemeinde. Bis dahin waren offensichtlich diese Schutzpatrone noch nicht im Kirchenraum vorzufinden. Nach Abschluss des großen Umbaus im Jahr 1995 waren an der Emporebrüstung auf je einer Seite „nur“ der Hl. Michael und der Hl. Vitalis angebracht. Dementsprechend fand sich noch ausreichend Platz dort und man hat vermutlich deshalb die beiden „neueren“ am südlichen Teil der Brüstung nebeneinander platziert; den beiden schon vorhandenen Figuren wurden folglich neue Standorte zugewiesen. Stilistisch passen die beiden „neuen“ gut zueinander, wie auch zur gesamten Raumsituation, im Hinblick auf die Schnitzarbeit selbst, als auch auf die Farbfassung. St. Josef, sehr schlank gearbeitet mit weichem Faltenwurf, auf einer halbrunden Plinthe stehend mit darunter gesetztem marmorierten Postament, ist dargestellt mit dem Zimmermanns-Winkelmaß in der Rechten, auf dem linken Arm das Jesuskind tragend. Die Farbfassung der Gewandung ist ganz typisch für einen Hl. Josef: beim Untergewand ein tiefes Violett-Blau, beim Umhang außenseitig ein kräftiges Rot, innenseitig vergoldet zur Steigerung der Wirkung. Beides in Lasurtechnik gehalten. Bei Holzstatuen haben die verwendeten Farben fast immer symbolischen Charakter. So auch hier! Das Violett-Blau steht für die Demut, den bedingungslosen Gehorsam Gott gegenüber; mit dem Rot ist die durch nichts in Frage gestellte Liebe zu seiner Verlobten Maria ausgedrückt. Dem Gesichtsausdruck entsprechend tritt uns St. Josef als „Mitt-Dreißiger-Mann“ entgegen, der sich zum Jesuskind, im weißen Kleid der Unschuld, ohne „Wenn und Aber“ bekennt. In der Gesamtheit betrachtet, eine wohltuende Ausstrahlung für jeden Gläubigen und Beter, der sich ihm wiederum getrost ohne „Wenn und Aber“ anvertrauen kann, darf, ja soll – vor allem jetzt im Jahr des Heiligen Josef 2021. Er wird sicher nicht enttäuscht werden. Seien wir dankbar, ihn in unserer Kirche zu haben.

Bericht: Eine Aktion des Gesamt-Pfarrgemeinderates Siegenburg-Train-Niederumelsdorf